Kann man die Straßen der Bronx in einer Felsenlandschaft
nachbauen ? Man kann.
Die Landesbühnen Sachsen, haben auf der Felsenbühne die
Musical-Fassung des 1980er, mit einem Oscar für den Besten Song gekrönten Films
„Fame“ auf die Bühne gebracht.
Das Theater, dass sich sonst eher in Landschaftskulissen,
Sommernachtsräume oder den Wilden Westen
verwandelt, ist auch für den
Asphalt-Dschungel von New York geeignet. Auf das Bespielen der Naturkulisse wurde
erstmals verzichtet, man entwarf eine
klassische Theaterkulisse, die auch auf jede Indoor-Bühne passen würde, die in
Ihren Ausmaßen jedoch mindestens der Semperoper entsprechen müssten.
Die ca. 15 Sprechrollen wurden ergänzt von einem Heer von „Statisten“.
Der Chor der Landesbühnen hätte wahrscheinlich altersmäßig nicht ganz ins Stück
gepasst, also hat man sich Studierende der Theaterakadamie Sachsen zur
Verstärkung geholt und auch das Tanzcompagnie der Landesbühnen hat sich nahtlos integriert. Die verschiedenen Ausbildungen wurden nur bei
den Tanzeinlagen deutlich. Die
Ballettkompanie, die sonst eher das klassische Repertoire bedient, hatte sichtlich Spaß an kraftvoller Dynamik,
bei der es weder auf übertriebenen künstlerischen Ausdruck á la Gred Palucca, noch auf perfekte Synchronität
ankommt, nur auf die Ausstrahlung von Lebensfreude.
Der Humor reicht im Stil in etwa von Atze Schröder bis
Wolfgang Stumph. Seichte Gags, die auch dann
funktionieren, wenn man den Rest des Stückes nicht gesehen hat; aber für einige
Lacher sorgten. Das Publikum war sicherlich
30 Jahre jünger, als sonst in der Felsenbühne üblich. Für Kinder ab 14 ist das Stück gut geeignet, auf expliziten Street-Slang, Flüche, Drogen und sexuelle Anspielungen sollte man jedoch gefasst sein. Gesprochen wird in Deutsch, gesungen in Englisch, aber fehlende Englisch-Kenntnisse
sind kein Handicap für das Verständnis des Stücks.
Handlung ? Gibt es eigentlich keine. Und das ist vielleicht
das Angenehme an dem Stück. Es wird der Alltag in einer Schule für Tanz,
Schauspiel und Musik dargestellt. Keine künstlichen Spannungsbögen, keine
romantische Liebesschnulze, die in einer Hochzeit endet; Es gibt gar keine
Hauptrollen. Natürlich werden ein paar kleine Geschichten erzählt, die das Stück
zusammenhalten. Sie wirken aber eher wie ein verwobener Episodenfilm. Junge
Künstler mit Träumen, die sich mal realisieren und mal platzen. Sprachprobleme
von Einwanderern, Drogen, Söhnchen aus reichem Haus, Schwule und
Latinocasanovas – von allen Facetten der Großstadt ist etwas dabei. Lehrer, die auch mal mehr vorhatten, als
Lehrer zu werden und graue Eminenzen, die niemand mehr in Frage stellt und mit
Ihrer Lebensweisheit hausieren gehen.
Die Musik bleibt sich selbst treu, ob man es nun
Pop-Rock-Jazz oder Swing nennen will, soll jeder selbst entscheiden. Das
Saxophon spielt eine wichtige Rolle. Die Musik ist ausgewogen zwischen Balladen,
Rockhymnen und Pop-Songs. Ihr Anspruch besteht darin, gut zu unterhalten.
Angenehm ist, dass die ca. 10-Mann Band für den Zuschauer
ständig sichtbar ist, sie spielt auf der seitlichen Hinterbühne und ist nicht
in den Graben, oder gar einen Nebenraum verbannt, wie anderenorts üblich. Die
neue Aktionskunstanlage der Felsenbühne ist gut abgestimmt und die Bäume vermeiden
unangenehme Echos in dem engen Talkessel. Die Sänger tragen Micropods (aufgeklebte Mikrophone) damit
sie auch in den letzten Reihen gut verstanden werden. Das hat leider wie immer
den Nachteil, dass der Ton nicht dorther kommt wo gesprochen wird, sondern aus
dem Lautsprecher. Wenn mehrere Akteure auf der Bühne stehen, muss man manchmal
suchen, wer den Mund bewegt, um zu wissen wer spricht; aber das gibt sich wenn
man sich daran gewöhnt hat, wer mit welchem Akzent oder welcher Stimmlage
spricht.
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| Die Band spielt "öffentlich" |
Ein im Ganzen gelungener Abend, fast 3 Stunden lang.
Viel Premierenstimmung kam nicht auf, außer das am Ende ein paar Menschen auf
der Bühne standen, die sonst nicht auf der Bühne stehen, wahrscheinlich
Regisseur, Bühnenbildner und Schneider – vorgestellt wurden sie nicht; war die
Premiere eine ganz normale Vorstellung. Viele Lichteffekte kommen wohl nur in der 20 Uhr Vorstellung zur Geltung, wenn es zumindest nach der Pause
schon dunkel ist, aber sicherlich lohnen sich die 17 Uhr-Vorstellungen genauso.
Die S-Bahn nach Rathen verkehrt während dieser Spielzeit nur stündlich, aber die letzte Bahn nach
Dresden fährt erst um 0.25 Uhr, so dass man auch noch sicher nach Hause kommt,
wenn die Vorstellung erst um 23:00 endet. Die meisten Gäste kommen jedoch mit
dem Auto.
Fazit: Eine klare Empfehlung, eine junge, frische
Inszenierung mit swingig-poppiger Musik.
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| Applaus, Applaus, Applaus (Zitat: Kermit) |
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| Da muss man hinauf |





