Die Hotels gehen mehr und mehr dazu über Zimmer ohne
Frühstück anzubieten, teils um die Preise geringer aussehen zu lassen, teils
weil Sie gesetzlich gezwungen werden die Frühstückspreise getrennt auszuweisen,
denn Frühstück unterliegt 19% MWst, das Hotelzimmer nur 7%.
Daraufhin wählen viele Gäste das Zimmer ohne Frühstück. Das
Angebot der Hotels ist sowieso nichtssagend und dient nicht als Abgrenzung von der Konkurrenz. In allen Hotels das gleiche Einerlei, manchmal bestellt man bei einem Kellner den Kaffee, manchmal darf man ihn sich selbst abholen, an irgendeiner Station simmert seit 2 Stunden ein Rührei auf der Warmhalteplatte und in einer weiteren Ecke kann man sich mit Brötchen aus einem Korb bedienen.
Das Komfort-Verwöhn Frühstück, würde doch schon darin bestehen, dass der Gast ein fertiges Brötchen bekommt, in das er nur noch
reinbeißen muss, mit Salatgarnitur, vielleicht einer Tomaten- oder
Gurkenscheibe, einer Sandwichcreme mit feiner Senfnote und einer Scheibe Wurst.
Wohin muss man gehen um so etwas zu bekommen? Zum Bäcker an
der Ecke. Dort kostet das große belegte Brötchen mit Kaffee und Sitzgelegenheit vielleicht 5€. Warum
sollte dann jemand für 15€ im Hotel ein Buffet buchen, wenn er dort dasselbe bekommt,
wie jeden Tag zu Hause und alles selbst zusammenbauen muss. Das Hotel übernimmt
nur den Einkauf, den Abwasch und räumt vielleicht noch den Tisch ab.
Auch die Variante von Frühstücksrestaurants findet
sich in Hotels selten. Man hat eine Speisekarte, sucht sich ein Menü aus, Zwei
Brötchen + Rührei oder den Müsli-Joghurt-Obst-Starter, was dann frisch zubereitet und an den Platz gebracht wird. Wer will schon während des Frühstücks 4mal aufstehen und sich
diverse Sachen aus allen Ecken des Raumes zusammensuchen. Solche
Frühstücksangebote gibt es mit „Kaffee so viel sie wollen“ oft im 7-9€
Bereich, dagegen beginnen Hotelfrühstücks selten unter 10€. Man darf so viel
teurer sein, wie man besser ist, aber das man besser ist, muss man auch zeigen
– nicht im Restaurant, sondern bei der Zimmerbuchung wird das Frühstück
verkauft! Die Hotels machen jedoch eher mit Bildern vom Design der Rezeptionstresen und Seminarräumen Werbung. Kaum ein Hotel wirbt mit der Qualität des Frühstücks.
Bezeichnungen wie „reichhaltig“ müssen meist ausreichen, so als wolle man
Gourmonts ansprechen und nicht Gourmets. In der Abendkarte haben die meisten
Hotels andere Ansprüche an Ihre Gäste. Als Folge boomt die Frühstücks-Industrie außerhalb von Hotels in den deutschen Innenstädten.
