Mittwoch, 19. Februar 2014

Hotelfrühstück, weniger Service als beim Bäcker

Die Hotels gehen mehr und mehr dazu über Zimmer ohne Frühstück anzubieten, teils um die Preise geringer aussehen zu lassen, teils weil Sie gesetzlich gezwungen werden die Frühstückspreise getrennt auszuweisen, denn Frühstück unterliegt 19% MWst, das Hotelzimmer nur 7%.

Daraufhin wählen viele Gäste das Zimmer ohne Frühstück. Das Angebot der Hotels ist sowieso nichtssagend und dient nicht als Abgrenzung von der Konkurrenz. In allen Hotels das gleiche Einerlei, manchmal bestellt man bei einem Kellner den Kaffee, manchmal darf man ihn sich selbst abholen, an irgendeiner Station simmert seit 2 Stunden ein Rührei auf der Warmhalteplatte und in einer weiteren Ecke kann man sich mit Brötchen aus einem Korb bedienen.

Das Komfort-Verwöhn Frühstück, würde doch schon darin bestehen, dass der Gast ein fertiges Brötchen bekommt, in das er nur noch reinbeißen muss, mit Salatgarnitur, vielleicht einer Tomaten- oder Gurkenscheibe, einer Sandwichcreme mit feiner Senfnote und einer Scheibe Wurst.

Wohin muss man gehen um so etwas zu bekommen? Zum Bäcker an der Ecke. Dort kostet das große belegte Brötchen mit Kaffee und Sitzgelegenheit vielleicht 5€. Warum sollte dann jemand für 15€ im Hotel ein Buffet buchen, wenn er dort dasselbe bekommt, wie jeden Tag zu Hause und alles selbst zusammenbauen muss. Das Hotel übernimmt nur den Einkauf, den Abwasch und räumt vielleicht noch den Tisch ab.

Auch die Variante von Frühstücksrestaurants findet sich in Hotels selten. Man hat eine Speisekarte, sucht sich ein Menü aus, Zwei Brötchen + Rührei oder den Müsli-Joghurt-Obst-Starter, was dann frisch zubereitet und an den Platz gebracht wird. Wer will schon während des Frühstücks 4mal aufstehen und sich diverse Sachen aus allen Ecken des Raumes zusammensuchen. Solche Frühstücksangebote gibt es mit „Kaffee so viel sie wollen“ oft im 7-9€ Bereich, dagegen beginnen Hotelfrühstücks selten unter 10€. Man darf so viel teurer sein, wie man besser ist, aber das man besser ist, muss man auch zeigen – nicht im Restaurant, sondern bei der Zimmerbuchung wird das Frühstück verkauft! Die Hotels machen jedoch eher mit Bildern vom Design der Rezeptionstresen und Seminarräumen Werbung. Kaum ein Hotel wirbt mit der Qualität des Frühstücks. 

Bezeichnungen wie „reichhaltig“ müssen meist ausreichen, so als wolle man Gourmonts ansprechen und nicht Gourmets. In der Abendkarte haben die meisten Hotels andere Ansprüche an Ihre Gäste. Als Folge boomt die Frühstücks-Industrie außerhalb von Hotels in den deutschen Innenstädten.