Samstag, 18. Januar 2014

Dresden Card 2014 - ein Update

Es gab wieder Reformen bei der Dresden Card, anscheinend scheint das Programm nicht so gut zu laufen, sonst würde man nicht so viel daran herumdoktern.

Mit den Preisen und Vorteilen hatte ich mich schon 2013 ausführlich auseinandergesetzt. Hier nun ein kleines Update für 2014. An den grundlegenden Aussagen hat sich nichts geändert.

Die Nachfrage nach mehrtägigen Fahrkarten ist unbestreitbar vorhanden, die Touristen wollen es bequem und sich nicht täglich neu den Kopf zerbrechen, was für eine Fahrkarte sie denn wofür brauchen. Leider bietet der Verkehrsverbund VVO so eine Fahrkarte nicht an. Es gibt nur Tageskarten und Wochenkarten und die Wochenkarten sind für Kunden kalkuliert, die sie auch täglich ausnutzen.

Bei der Dresden-Card ist zwar 2014 alles anders, aber leider nicht viel besser. Die 3 und 5 Tageskarten wurden gestrichen, dafür gibt es jetzt eine 4 Tages-Karte.

Ein Tourist erwartet, daß er mit einer 4-Tageskarte günstiger fährt, als mit 4 Eintageskarten; bei Abnahme größerer Mengen gibt es schließlich überall einen kleinen Rabatt. Leider lässt sich das mit der Dresden-Card nicht realisieren.

Der typische Tourist kommt als Paar, fährt also mit Familientageskarten am besten.
Die Familientageskarte Verbundraum, für alle Verkehrsmittel der größeren Region von der tschechischen Grenze über Pirna, Dresden, Meißen bis Riesa,  kostet 18,50€.

Für 4 Tage in der gesamten Region würde man also für die Fahrkarte als Paar 74,00€ bezahlen.
Ein realer 4-Tages-Dresden-Besuch sieht aber so aus, daß man 2 Tage eine Tageskarte für Dresden braucht für 2*8,50€ und  weitere 2 Tage für die Region für 2*18,50€ so dass man die Fahrleistung für 54,90€ bekommt,

Was bietet die Dresden-Card nun dagegen:
Eine 4-Tages-Familien-Karte ohne Museen für 74,90 € (geplant, Informationen liegen mir vor).
Eine 4-Tages-Familien-Karte mit Museen für unglaubliche 119,00 €.

Das ist ein Aufpreis von sagenhaften 64,10 € auf die reine Fahrkarte.
Es erfordert schon ziemliche Museumsenthusiasten, wenn man wirklich an 3 aufeinanderfolgenden Tagen die ca. 20€ je 2 Personen Eintrittsgeld sparen will. Der freie Eintritt gilt weiterhin ausschließlich für die verschiedenen Kunstsammlungen, nicht für das Historische Grüne Gewölbe, das Hygienemuseum , das Militärhistorische Museum oder die Technischen Sammlungen. Alles touristisch attratkive Angebote.

Anscheinend wurden die Preise so kalkuliert, das man am gleichen Tag sowohl ins Museum geht, als auch noch nach Meißen oder Bad Schandau fährt. Das ist sicherlich nicht realistisch.

Wegen der sonstigen Rabattpartnern, mit denen man hier und da mal einen Euro sparen kann, lohnt sich der Erwerb der Dreden-Card leider auch nicht. Da wird es schwer mehr als 10 Euro einzusparen, wenn man nicht wirklich zielgerichtet Rabattpartner für Rabattpartner abklappert.

Sich 4 Tageskarten beim Verkehrsverbund zu kaufen ist zwar scheinbar mühsamer, als nur eine Einzelkarte, dafür gibt es sie jedoch an jedem Deutsche-Bahn und Haltestellenautomaten, wahrscheinlich sogar bei jedem Busfahrer. Was auch nicht jeder Tourist weiß: Man kann die Fahrkarten im Voraus kaufen, sie gelten nicht nur am Verkaufstag sondern werden erst durch Abstempeln entwertet. Im Notfall kann man sie also bei vorzeitiger Abreise noch weiterverkaufen.



Die Dresden-Card ist mit der vierdimensionalen Einteilung in
  • Single / Familie
  • Dresden / Region
  • mit Kunstsammlung / ohne Kunstsammlung
  • 1 Tag / 2 Tage / 4 Tage
deutlich zu kompliziert, zumal nicht jede Eigenschaft mit jeder anderen frei kombiniert werden kann, sondern aus der Entscheidung für ein Merkmal sofort auch der Kauf anderer Merkmale folgt.
Zwei Tageskarten kosten deutlich weniger als eine 2-Tageskarte.
Zwei 2 Tageskarten sind wieder günstiger als eine 4 Tageskarte.
Dem Touristen wird eine Vielzahl an  Möglichkeiten geboten, falsche Entscheidungen zu treffen.
Die Dresden-Card will anscheinend dazu verleiten, Geld für Leistungen auszugeben, die Besucher gar nicht in Anspruch nehmen wollen.